Dienstag, 15. März 2011

Sehnsucht!

Ich war schon immer übereilig. Als ich mal grade 6 Monate alt war, bin ich an allem hochgeklettert, was ich zu fassen kriegte. Aber ich fiel auch umso öfters auf die Nase. Das wahren meine ersten Erfahrungen mit Schmerzen. Aber nie tat es so weh, dass Papa ihn nicht wegküssen konnte.
Ich wurde älter und die Verletzungen gingen weiter. Mit Inlinern war es immer am Schönsten. Aufgeplatzte Knie und Handflächen... aber auch das ging vorbei.
Einmal bin ich mit Inliner den Berg in meiner Siedlung runtergefahren. Als es mir zu schnell wurde, hab ich mich instinktiv an einer Laterne festgehalten. Nur leider hab ich in der Drehung losgelassen und flog förmlich mit meiner Hüfte gegen eine Hausmauer. Das tat weh. Den blauen Fleck hatte ich noch 2 Monate danach. Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment, an den Schmerz. Er erscheint jetzt wie ein Kitzeln. Kaum der Rede wert.
Als ich das erste mal ohne meine Eltern in den Urlaub gefahren bin, war ich 14. Ich bin mit einer kirchlichen Jugendgruppe nach Schweden gefahren, Kanufahren. Es war ein toller Sommer. Doch an einem Nachmittag war ich unvorsichtig. Ich bin barfuß über den Campingplatz gelaufen. Warum ich keine Schuhe anhatte, weiß ich nicht mal mehr... auf jeden Fall geschah das, was geschehen musste. Ich laufe durch das kleine Stück Wald, höre ein Knacken, laufe weiter... im Laufen schaue ich nach unten und sehe, dass mein kleiner Zeh absteht, offen ist und blutet. Die Folgen: 7h im Krankenhaus in Schweden, gebrochener Zeh, wurde genäht mit 5 Stichen... es waren höllische Schmerzen. Doch jetzt erscheint das alles nicht mehr halb so schmerzlich. Das war kein Schmerz.
Es schmerzt, zu sehen, wie du dich für sie entscheidest, nach allem. Was sie dir angetan hat, wie ich dich wieder aufgebaut hab. und wie dankst du es mir? du sagst noch nicht mal tschüß. Schweigst einfach. Und ich?! Schaue mir jeden Tag deine Bilder an, lese unsere Gespräche, höre deine Lieder... mein ganzer Körper wehrt sich dagegen, einzusehen, dass es vorbei ist. Mein Magen krampft sich zusammen, ich kann nichts essen, ich zittere am ganzen Leib und mein Kopf explodiert. Auch wenn es vielleicht noch mehr weh tun wird, wär es nur fair, dass du dich deinem Alter entsprechend verhälst und mir einmal die Wahrheit sagst. Mir sagst was du willst. Auch wenn ich es nicht bin. Ich sehne mich nach dir und die Sehnsucht frisst mich auf. Es ist immer noch so wie früher, ein Kuss würde alles wieder gut machen...

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